13.05.2026
Sarah Tietjen

KI im Handwerk: Einblicke aus der AI-Lounge der Light + Building

Sarah Tietjen

Sarah Tietjen ist Head of Marketing bei der pds GmbH und verantwortet seit zehn Jahren die strategische Marken- und Kommunikationsarbeit. Ihr Fokus liegt auf der Digitalisierung im Handwerk und der Positionierung innovativer IT-Lösungen.

 

Mit langjährigem Branchenverständnis gestaltet sie die zielgruppengerechte Kommunikation für Handwerksbetriebe, Partner und Branchenakteure. Dazu zählen die Markenpräsenz auf Messen und Events ebenso wie die Zusammenarbeit mit Verbänden, Multiplikatoren und Großhändlern. 

 

Dabei macht sie sichtbar, wie Software, Apps und Cloud-Lösungen Betriebe im Arbeitsalltag entlasten. 

Das Wichtigste in Kürze

Die AI-Lounge der Light + Building 2026 zeigt: KI im Handwerk entsteht nicht im luftleeren Raum. Grundlage sind strukturierte Prozesse und saubere Daten – etwa in der pds Software.

 

Darauf aufbauend lassen sich KI-Lösungen auf zwei Wegen nutzen: als angebundene Tools (Connected KI) oder direkt im ERP-System (Embedded KI). Der größte Mehrwert entsteht dabei oft durch kleine, konkrete Verbesserungen im Alltag.

Praxisnahe Ansätze statt Zukunftsszenarien

Die Light + Building 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie stark das Interesse an Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz im Handwerk inzwischen gewachsen ist. Ein zentraler Treffpunkt für diese Themen war die AI-Lounge – ein Format, das Raum für Austausch, Einordnung und konkrete Praxisbeispiele geschaffen hat.

 

Durch das Programm der AI-Lounge führte Thorsten Moortz, Unternehmensberater und Branchenkenner, der über alle Messetage hinweg zahlreiche Gäste begrüßt, Vorträge begleitet und Diskussionen moderiert hat. Dabei brachte er kontinuierlich die Perspektive aus dem Handwerksalltag ein und stellte die entscheidenden Fragen aus der Praxis. Auch pds war Teil des Programms und hat sich mit einem eigenen Beitrag eingebracht. Für pds nahm Alexander Post, Head of Sales, an einem der Gespräche teil und ordnete zentrale Entwicklungen aus Sicht eines Softwareherstellers ein.

 

Im Fokus standen dabei weniger Visionen, sondern vielmehr die Frage: Was ist heute schon sinnvoll einsetzbar – und unter welchen Voraussetzungen?

KI im Handwerk beginnt nicht bei KI

In der Diskussion wurde schnell deutlich: Der Einsatz von KI ist kein Selbstläufer. Vielmehr baut er auf bestehenden Prozessen und Daten auf. Ein Gedanke, der dabei mehrfach aufgegriffen wurde: Viele Erwartungen an KI greifen zu kurz, wenn die Grundlagen im Unternehmen nicht stimmen. Oder, wie es im Gespräch formuliert wurde:

 

„KI kann am Ende die letzten acht bis zehn Prozent optimieren. Aber die 90 Prozent davor – die muss ich erstmal sauber hinstellen.“

 

Genau hier liegt in vielen Betrieben der eigentliche Hebel. Bevor neue Technologien eingeführt werden, müssen daher bestehende Abläufe hinterfragt werden:

  • Sind Prozesse strukturiert?
  • Werden Daten sauber erfasst?
  • Sind Abläufe im Unternehmen klar definiert? 

Erst wenn diese Grundlagen gegeben sind, kann KI ihr Potenzial entfalten. In vielen Fällen geht es zunächst um intelligente Automatisierung bestehender Prozesse – nicht um den direkten Einsatz von KI.

Offene Systeme schaffen Handlungsspielraum

Dabei wurde deutlich: Die Geschwindigkeit, mit der neue Lösungen entstehen, verändert auch die Anforderungen an Software grundlegend. Statt geschlossener Systeme braucht es heute Offenheit und Anschlussfähigkeit. Im Gespräch beschreibt Alexander Post das so:

 

 „Wenn ich mit so einer offenen Software arbeite, dann habe ich genau die Möglichkeit, diese Innovationen in mein Unternehmen einzubetten.“

 

Für Handwerksbetriebe bedeutet das konkret: Neue Werkzeuge lassen sich gezielt ergänzen, ohne bestehende Strukturen zu ersetzen. Das zeigt sich unter anderem bei:

  • KI-gestützten Telefonassistenten
  • automatisierten Dokumentationsprozesse
  • digitalen Checklisten und Datenerfassung
  • Mehrsprachigkeit für internationale Teams

 

Die Herausforderung liegt weniger in der Technologie selbst, sondern darin, sie sinnvoll in bestehende Abläufe einzubinden.

Stabilität und Flexibilität gehören zusammen

Ein prägnantes Bild aus der AI-Lounge bringt dieses Zusammenspiel gut auf den Punkt. Thorsten Moortz beschreibt es mit einem einfachen Vergleich:

 

„Das ERP-System ist der Tanker – der muss fahren. Stabil und zuverlässig.“

Die zentrale ERP-Software bildet das Fundament im Handwerksunternehmen. Gleichzeitig braucht es ergänzende Lösungen, die flexibel angebunden werden können und neue Anforderungen abdecken.

 

Dieses Zusammenspiel aus stabiler Basis und erweiterbaren Lösungen beschreibt sehr gut, wie Digitalisierung im Handwerk heute funktioniert: nicht als einzelnes System, sondern als strukturierte Weiterentwicklung bestehender Prozesse.

Kleine Effekte mit großer Wirkung

Besonders praxisnah wurde es bei den konkreten Beispielen aus dem Arbeitsalltag. Dabei zeigte sich: Der Mehrwert entsteht häufig nicht durch große Umbrüche, sondern durch viele kleine Verbesserungen. Weniger manuelle Schritte, klare Abläufe und automatisierte Prozesse im Hintergrund führen zu spürbarer Entlastung und das oft in Details, die im Alltag zunächst unscheinbar wirken.

 

Ein Beispiel aus dem Gespräch war dabei die Unterstützung internationaler Teams auf der Baustelle: In der pds Mitarbeiter App lassen sich Inhalte direkt in die jeweilige Sprache übersetzen, sodass Mitarbeitende Informationen unmittelbar verstehen und erfassen können – ohne zusätzliche Zwischenschritte oder Übersetzungen außerhalb des Systems. Thorsten Moortz hat genau diese Wirkung treffend beschrieben:

 

„Diese fünf bis acht Minuten Einsparung, das sind die echten Gamechanger.“

 

Gerade diese scheinbar kleinen Effekte summieren sich im Betriebsalltag und machen am Ende den entscheidenden Unterschied. Ein Beispiel ist die KI gestützte Mehrsprachigkeit in der pds Mitarbeiter App, welche pds auf der Light + Building 2026 erstmalig vorstellte. Im Video geben wir einen Einblick:

Weitere Einblicke in der Mediathek der Messe Frankfurt

Die vollständige Diskussion aus der AI-Lounge der Light + Building 2026 gibt einen noch tieferen Einblick in die Themen und Fragestellungen, die aktuell viele Handwerksbetriebe beschäftigen.

Darüber hinaus stellt die Messe Frankfurt in ihrer Mediathek des Bereichs “Building Technology” weitere Interviews und Gesprächsrunden zur Verfügung. Dort finden sich zusätzliche Perspektiven aus Industrie, Handwerk und Softwareentwicklung – ein breiter Überblick über aktuelle Entwicklungen rund um Digitalisierung und KI.

Die AI-Lounge hat deutlich gemacht: Künstliche Intelligenz ist im Handwerk angekommen, aber ihr sinnvoller Einsatz beginnt nicht bei der Technologie selbst. Vielmehr geht es darum, bestehende Prozesse zu verstehen, sauber aufzubauen und gezielt weiterzuentwickeln. Unternehmen, die diese Grundlage schaffen, können neue Technologien deutlich schneller und nachhaltiger in ihren Alltag integrieren.