11.09.2026
Autorin:
Linda Schult

PEPPOL-Netzwerk: E-Rechnungsaustausch im Handwerk

Autorin: Linda Schult

Linda Schult ist Content- und Redaktionsexpertin bei der pds GmbH. Mit über 15 Jahren Erfahrung im Journalismus und Content Marketing verbindet sie technisches Verständnis mit zielgruppengerechter Kommunikation. 

 

In ihren Beiträgen übersetzt sie komplexe Software- und Digitalisierungsprozesse in verständliche, anwendungsorientierte Inhalte für Handwerksbetriebe. Ihr Fokus liegt auf digitaler Transformation, Prozessoptimierung und der erfolgreichen Einführung moderner Handwerkersoftware.

Das Wichtigste in Kürze
  • Was ist PEPPOL? Internationale Infrastruktur (Pan-European Public Procurement OnLine) für den standardisierten, sicheren Austausch von Geschäftsdokumenten – insbesondere E-Rechnungen
  • Verhältnis zur E-Rechnungspflicht: Während die E-Rechnungspflicht in Deutschland gesetzlich eingeführt wurde, etabliert sich PEPPOL parallel als europäischer Standard
  • Relevanz für Handwerksbetriebe: Zunehmend genutzt, besonders bei Aufträgen für öffentliche Einrichtungen oder größere Unternehmen
  • Unterstützung durch pds:pds Software ermöglicht Versand und Empfang über das PEPPOL-Netzwerk – nahtlos integriert in bestehende Prozesse

 

Dieser Beitrag wird regelmäßig aktualisiert. Letzte Aktualisierung: 11. September 2026.

PEPPOL steht für Pan-European Public Procurement OnLine und ist ursprünglich ein europäisches Projekt, das den sicheren und strukturierten Austausch von Geschäftsdokumenten – vor allem E-Rechnungen – ermöglichen soll. Im Gegensatz zu dezentralen Lösungen (wie direktem E-Mail-Versand) bietet PEPPOL ein standardisiertes Netzwerk nach dem 4-Corner-Modell:

 

Die vier Ecken des PEPPOL-Modells:

 

  1. Rechnungsteller (Sender)
  2. Sender-Zugangsknoten (Access Point des Absenders)
  3. Empfänger-Zugangsknoten (Access Point des Empfängers)
  4. Rechnungsempfänger

 

Wie es funktioniert: Unternehmen verbinden sich nicht direkt miteinander, sondern über zertifizierte PEPPOL Access Points. Diese Zwischenstellen garantieren Sicherheit, Datenschutz und technische Konformität – ähnlich wie eine sichere Vermittlungsstelle im Telekommunikationsnetz.

 

Sie sind mit den Grundlagen der E-Rechnungspflicht noch nicht vertraut? Dann lesen Sie zunächst hier weiter:
 

Die E-Rechnungspflicht ab 2025

Wichtiger Hinweis: Die Inhalte dieses Beitrags dienen der allgemeinen Information und stellen keine Rechtsberatung dar. Wenn Sie die neuen Vorgaben zur E-Rechnung lückenlos umsetzen möchten, informieren Sie sich unbedingt bei Ihrem Wirtschaftsprüfer bzw. Steuerberater.

PEPPOL heute: Mehr als Europa

Ursprünglich auf europäische öffentliche Ausschreibungen fokussiert, hat sich PEPPOL inzwischen zu einem globalen Standard entwickelt. Heute nutzen nicht nur Behörden und öffentliche Auftraggeber PEPPOL, sondern auch:

  • Große Einzelhandelsketten

  • Logistik- und Lieferantennetzwerke

  • Finanzdienstleister

  • Internationale Konzerne

  • Öffentliche Institutionen weltweit

Warum ist PEPPOL für Handwerksbetriebe relevant?

1. Öffentliche Aufträge – Behörden setzen zunehmend auf PEPPOL

Wer als Handwerksbetrieb Aufträge von öffentlichen Auftraggebern (Städte, Gemeinden, Behörden, öffentliche Schulen, Krankenhäuser) erhält, wird in Zukunft vermehrt mit PEPPOL konfrontiert. Diese Institutionen stellen zunehmend Anforderungen an den digitalen Rechnungsaustausch – und PEPPOL ist dabei der bevorzugte Standard.

 

2. Generalunternehmer und große Auftraggeber

Generalunternehmer und größere Unternehmen erwarten von ihren Subunternehmern und Lieferanten den Versand von E-Rechnungen über standardisierte Wege. PEPPOL bietet ihnen die notwendige Sicherheit und Automatisierungsmöglichkeiten.

 

3. Zukunftssicherheit

Die EU treibt die PEPPOL-Adoption gezielt voran. Es ist absehbar, dass PEPPOL in den kommenden Jahren zur Standard-Infrastruktur für B2B- und B2G-Rechnungen in Europa wird – ähnlich wie E-Mail zum Standard für Geschäftskommunikation wurde.

Wie funktioniert PEPPOL in der Praxis?

Mit pds Software läuft der PEPPOL-Versand vollautomatisiert ab: Sie erstellen die Rechnung wie gewohnt in der Software, klicken auf „Versand über PEPPOL" – und die Plattform übernimmt den Rest. Die Rechnung wird automatisch geprüft, über das sichere PEPPOL-Netzwerk versendet und der Versandstatus wird direkt in pds dokumentiert. Sie müssen sich um die technischen Details nicht kümmern.

 

Beim Empfang funktioniert es ähnlich unkompliziert: Nach einmaliger Registrierung einer PEPPOL-ID empfangen Sie Rechnungen automatisch über das Netzwerk. Diese werden direkt in pds als Eingangsrechnungen verarbeitet – genau wie E-Mail-Anhänge oder manuelle Uploads. Die bestehenden Freigabe- und Archivierungsprozesse greifen automatisch. Ihr Handwerksbetrieb benötigt keine zusätzlichen Systeme oder aufwendige Konfigurationen.

Die Rolle der DATEV E-Rechnungsplattform

pds Software nutzt für die PEPPOL-Anbindung die DATEV E-Rechnungsplattform als Vermittler – und das hat entscheidende Vorteile. Zum einen läuft alles über die bestehende DATEV-Verbindung ab. Sie müssen keine zusätzlichen PEPPOL-Konten verwalten oder separate Systeme einrichten. Bei der Registrierung auf der DATEV-Plattform erhält Ihr Betrieb automatisch eine PEPPOL-Identifikationsnummer, ohne dass Sie dafür weitere Schritte unternehmen müssen.

 

Darüber hinaus erhalten Sie Zugang zum gesamten TRAFFIQX-Netzwerk – das bedeutet, Sie können E-Rechnungen nicht nur über PEPPOL austauschen, sondern haben auch Zugriff auf weitere Übertragungswege und Netzwerkpartner. Am wichtigsten ist jedoch, dass alle Prozesse zentral in pds ablaufen: Rechnungserstellung, Versand, Empfang und Archivierung erfolgen ohne Medienbruch in einer Software. Das spart Zeit, reduziert Fehlerquellen und schafft vollständige Transparenz über den gesamten Rechnungsprozess.

Ist PEPPOL für meinen Betrieb schon relevant?

Checkliste: Wann sollten Sie handeln?

Ob PEPPOL für Sie eine Rolle spielt, hängt stark von Ihrer Zielkundschaft und dem Geschäftsvolumen ab. Mit dieser Checkliste können Sie schnell einschätzen, ob eine PEPPOL-Anbindung für Ihren Betrieb sinnvoll ist oder ob die klassische E-Mail-Übermittlung vorerst ausreicht.

 

  • Mein Betrieb erhält regelmäßig Aufträge von öffentlichen Auftraggebern.
  • Ich arbeite mit Generalunternehmern, die hohe digitale Standards erwarten.
  • Meine Kunden sind große Unternehmen oder Konzerne.
  • Ich möchte zukunftssicher in den Rechnungsaustausch investieren.
  • Ich versende regelmäßig viele E-Rechnungen und brauche Automatisierung.

 

Wenn Sie eine oder mehrere Fragen mit Ja beantwortet haben, kann eine PEPPOL-Anbindung für Ihren Betrieb sinnvoll sein.

PEPPOL mit pds Software: Praktische Umsetzung

So einfach funktioniert's

 

Für Versand:

Rechnung erstellen → Mit einem Klick an PEPPOL übergeben 

→ Automatische Prüfung → Versand über sicheres Netzwerk 

→ Versand-Status in pds dokumentiert

 

Für Empfang:

PEPPOL-ID registrieren → Rechnungen empfangen automatisch 

→ In pds als Eingangsrechnung verarbeitet → Bekannte Freigabeprozesse

 

Was sich nicht ändert

Die gute Nachricht: Die Rechnungserstellung bleibt unverändert. Sie erstellen Rechnungen wie gewohnt in pds Software. Die PEPPOL-Anbindung erfolgt mit nur einem Klick – die komplexe Netzwerk-Kommunikation läuft im Hintergrund automatisiert ab.

Ausblick: PEPPOL als Standard der Zukunft

Die Europäische Union treibt die Adoption von PEPPOL gezielt voran. Das Ziel ist ein einheitliches Netzwerk für den elektronischen Geschäftsdokumentenaustausch in Europa. In den nächsten zwei bis drei Jahren wird PEPPOL dabei einen großen Sprung machen: Mehr öffentliche Auftraggeber werden PEPPOL zur Bedingung für Aufträge machen, weitere große Unternehmen schließen sich dem Netzwerk an, und PEPPOL entwickelt sich zur Standarderwartung im B2B-Bereich. Parallel dazu wird die Integration von PEPPOL in weitere Systeme wie ERP-Software und Buchhaltungslösungen zum Standard.

 

Für Handwerksbetriebe lohnt es sich mittelfristig, PEPPOL im Blick zu behalten – besonders, wenn Sie mit öffentlichen Auftraggebern arbeiten, ambitioniert wachsen möchten oder zukunftssichere Prozesse aufbauen wollen. Mit [pds Software](/software) und der DATEV E-Rechnungsplattform ist die Anbindung unkompliziert. Sie müssen sich nicht um technische Details kümmern – die Integration erfolgt nahtlos in Ihre bestehenden Prozesse.

Fazit: PEPPOL – Ein Standard, der an Bedeutung gewinnt

Das PEPPOL-Netzwerk ist nicht die Zukunft der E-Rechnung – es ist bereits Gegenwart. Während die Empfangspflicht für elektronische Rechnungen gesetzlich verankert ist, etabliert sich PEPPOL parallel als de-facto-Standard für den sicheren, automatisierten Austausch.

 

Für Handwerksbetriebe bedeutet das:

  • Heute: Optional, aber zunehmend gefordert von großen Auftraggebern
  • Morgen: Wahrscheinlich Standard für B2B- und B2G-Rechnungen

 

Mit pds Software und der integrierten PEPPOL-Anbindung über die DATEV E-Rechnungsplattform sind Sie technisch bereits heute vorbereitet – ohne zusätzliche Komplexität.

 

FAQ zur E-Rechnungspflicht ab 2025
Sie haben weitere Fragen?

Wir helfen Ihnen gerne weiter und klären offene Punkte im persönlichen Gespräch. Rufen Sie uns gern an: 04261 855 302 oder schreiben Sie uns.

Zum Kontaktformular

PEPPOL (Pan-European Public Procurement OnLine) ist eine internationale Infrastruktur für den standardisierten und sicheren Austausch elektronischer Geschäftsdokumente – vor allem E-Rechnungen. Über ein Netzwerk zertifizierter Zugangspunkte werden Dokumente sicher zwischen Sender und Empfänger übermittelt, unabhängig von Land oder eingesetzter Software.

Nein, eine gesetzliche PEPPOL-Pflicht besteht in Deutschland aktuell nicht. Verpflichtend ist die E-Rechnung im B2B-Bereich, die auch über andere Formate wie XRechnung oder ZUGFeRD erfüllt werden kann. Öffentliche Auftraggeber und größere Unternehmen setzen PEPPOL jedoch zunehmend als bevorzugten Übertragungsweg ein.

XRechnung und ZUGFeRD sind Rechnungsformate, die festlegen, wie eine E-Rechnung inhaltlich aufgebaut ist. PEPPOL ist dagegen ein Übertragungsnetzwerk, über das solche Rechnungen (im PEPPOL-BIS-Format) sicher versendet werden. Beide Ebenen ergänzen sich: das Format bestimmt den Inhalt, PEPPOL den Transportweg.

Besonders relevant ist PEPPOL für Betriebe, die Aufträge für öffentliche Einrichtungen oder größere Unternehmen ausführen, da diese den Rechnungsaustausch über das Netzwerk zunehmend bevorzugen oder voraussetzen. Für rein private oder kleinbetriebliche Kundenbeziehungen ist die Nutzung meist nicht erforderlich.

pds Software unterstützt den Versand und Empfang von E-Rechnungen über das PEPPOL-Netzwerk direkt aus Ihren bestehenden Prozessen – ohne separate Systeme oder manuellen Zusatzaufwand.

Sie benötigen eine PEPPOL-ID (vergleichbar mit einer Adresse im Netzwerk) sowie einen Zugang über einen zertifizierten Access Point. Mit pds Software ist diese technische Anbindung bereits integriert.

Autorin: Linda Schult

Linda Schult ist Content- und Redaktionsexpertin bei der pds GmbH. Mit über 15 Jahren Erfahrung im Journalismus und Content Marketing verbindet sie technisches Verständnis mit zielgruppengerechter Kommunikation. 

 

In ihren Beiträgen übersetzt sie komplexe Software- und Digitalisierungsprozesse in verständliche, anwendungsorientierte Inhalte für Handwerksbetriebe. Ihr Fokus liegt auf digitaler Transformation, Prozessoptimierung und der erfolgreichen Einführung moderner Handwerkersoftware.